
Bei dieser Frage geht es zuerst einmal darum, zu klären, was ein „Messie“ überhaupt ist. Die Mathematiklehrerin Sandra Felton erfand dieses Wort als Selbstbezeichnung – also, um ihrem selbst verursachten Chaos einen Namen zu geben. Damals, in den 1990er Jahren, meinte sie es durchaus liebevoll. 1997 erschienen ihre Bücher auch in Deutschland und langsam verbreitete sich der Begriff „Messie“. Wie aber konnte es passieren, dass ein ursprünglich liebevoller Begriff inzwischen so negativ besetzt ist? Leider haben Fernsehsender mit reißerischen Serien wie „Das Messie-Haus“ „meine Familie und ich“ oder „Das Messie-Team“ u.ä. sehr zu dieser negativen Verzerrung beigetragen.
Wenn ich bei meinen besorgten Kund*innen eintreffe, stellt sich oft heraus, dass es bei ihnen zum Beispiel vor einigen Jahren schlimme Schicksalsschläge gab und erstmal alles Andere wichtiger war, als aufzuräumen.
Inzwischen hat sich meist die eigene Lebenssituation verbessert, die Ordnung in den Wohnungen jedoch verschlimmert. Natürlich wünschen sich diese Menschen nun ihre alte Wohnsituation zurück. Und das Gute ist: Meistens kann man hier in wenigen Terminen schon einiges machen. Denn diese Menschen sind keine Messies, sondern Opfer von Schicksalsschlägen.

Wer aber ist dann ein "richtiger" Messie?
Die Therapeuten Veronika Schröter hat in langjähriger Feldforschung gemeinsam mit der Abteilung für Psychatrie und Psychosomatik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg drei Arten des Messie-Syndroms kategorisiert:
- Die Wertbeimessungsstörung
- Das Vermüllungssyndrom
- Die Verwahrlosung
Ich wende mich mit meiner Unterstützung allerdings nur an die ersten beiden Kategorien, da verwahrloste Menschen meist kaum etwas besitzen und deshalb keine Aufräumhilfe benötigen.
Was unterscheidet nun die beiden Fälle?
Seit Anfang 2022 sind beide Ausptägungen offiziell als Krankheit anerkannt. *Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht, da sich Erkrankte oft von ihren Mitmenschen anhören mussten, sie seien nur zu faul zum Aufräumen. Das schmerzt natürlich sehr, vor allem, da die Betroffenen derne Ordnung schaffen würden, es aber bei sich zuhause aus unterscheidlichen Gründen nicht schaffen. Um den Unterschied zu umreißen, möchte ich verschiedene Aussagen (Items) zur Wertbeimessungsstörung (A) und zum Vermüllungssyndrom (B) formulieren, mit denen Sie selbst eine erste Einschätzung versuchen können:
**Während das "Vermüllungssyndrom" schon seit Jahren offiziell im ICD (dem Standardwerk der Weltgesundheitsorganisation aufgelistet ist, wurde die "Wertbeimessungsstörung" erst vor einigen Jahren offiziell durch die WHO als psychische Krankheit anerkannt und wurde jetzt endlich 2022 im "ICD 11" aufgenommen.
A) Wertbeimessungsstörung
· Ich weiß ungefähr, wo die Dinge liegen, die ich brauche.
· Jeder Gegenstand, den ich besitze, hat eine Geschichte, eine Bedeutung oder einen Wert für mich.
· Ich habe Schwierigkeiten zu entscheiden, ob ein Gegenstand wertvoll ist.· Für mich sind viele Gegenstände nützlich, weil ich sie noch gebrauchen könnte (z.B. zum Basteln, Verschenken, etc.).
· Ich verstehe nicht, warum Bekannte viele Dinge hässlich oder nicht schön finden und meinen, sie könnten weg.
· Ich lege Wert auf Sauberkeit, komme aber nicht überall hin, da dort viel Gesammeltes steht.
· Ich würde gerne alles aufräumen, schaffe es aber nicht, weil ich sehr hohe Ansprüche an das Aufgeräumte stelle.
· Wenn mir jemand beim Aufräumen hilft, ist meine größte Sorge, dass irgendetwas
wegkommen könnte.
Wenn Sie mehreren oder sogar allen Aussagen zustimmen,
könnte es sein, dass sie eher eine Wertbeimessungsstörung haben. *
*Ich bin keine Therapeutin, die Diagnosen stellen oder Therapie anbieten kann- in diesem Zusammenhang müssen auch die Fragen nur als Richtwert nicht als Diagnosehilfen gesehen werden.


B) Vermüllungssyndrom
· Ich schaffe es einfach nicht, Dinge zurück an ihren Platz zu stellen.
· Das Geschirr häuft sich neben der Spülmaschine, weil ich es nicht
schaffe, das saubere Geschirr auszuräumen.
· Wenn Dinge herunterfallen, ist es für mich schwierig, sie wieder aufzuheben.
· Wenn ich ein Paket bekomme, packe ich es zwar aus, bringe aber den Karton nicht zum Altpapier, sondern lasse ihn im Zimmer liegen.
· Ich bringe die Verpackungen von Lebensmitteln häufig nicht extra in den gelben Sack.
· Wenn mir jemand beim Aufräumen hilft, bin ich froh, dass vieles in den Müll wandert. (dann freue ich mich wenn der Müll ordentlich getrennt wird.)
· Es ist für mich nicht zu schaffen, den Boden zu wischen oder die Oberflächen der Möbel staubfrei zu halten.
Wenn Sie mehreren oder sogar allen Aussagen zustimmen, könnte
es sein, dass sie eher eine Wertbeimessungsstörung haben. *
*Ich bin keine Therapeutin, die Diagnosen stellen oder Therapie anbieten kann- in diesem Zusammenhang müssen auch die Fragen nur als Richtwert nicht als Diagnosehilfen gesehen werden
Also:
Bin ich ein
Messie?
Vielleicht können Sie die Frage „Bin ich ein Messie“ jetzt schon besser beantworten.
Sollten Sie sich einer der Oben genannten Kategorien zugehörig fühlen, sind Sie Ihrem Ziel schon ein Stück näher gekommen.
Da sie auf dieser Seite gelandet sind, suchen Sie aktiv nach Hilfe, Denn Sie spüren, dass es so nicht weitergehen kann wie bisher. Wahrscheinlich haben Sie seit Wochen, Monaten oder Jahren keinen Besuch mehr in ihrer Wohnung empfangen. Zusätzlich engt sie ihr eigener Lebensraum immer mehr ein: Statt zu kochen, holen Sie sich Essen vom Imbiss oder lassen sich etwas liefern. Sie wünschen sich eine schöne Wohnung, wissen aber nicht, wo sie starten sollen und wie sie strukturiert vorgehen können.
Hilfe beim Aufräumen
Wenn sie sich tatkräftige Hilfe beim Aufräumen wünschen, klicken Sie hier und Sie kommen zu meiner Webseite, wo Sie Genaueres über mich erfahren können. Seit 2014 arbeite ich als Aufräumhilfe. Den Begriff "Ordnungscoach" verwende ich nicht für mich, da ich sehr gerne aufräume und es für mich kein Problem ist, wenn Sie nicht immer mitarbeiten können.
2020/21 habe ich eine Fortbildung zur Messie-Fachkraft bei Veronika Schröter® gemacht, das bedeutet, dass ich nun mit den Ursachen und Auslösern der Krankheiten vertraut bin und auch befähigt und befugt, für Sie zu vermitteln (z.B. mit ihrem Vermieter oder mit Angehörigen).
Frau Schröter hat sich ihr ganzes Arbeitsleben mit dem Messie Syndrom beschäftigt. Als Messie-Expertin leitet sie seit 2001 das Institut für Messie-Therapie in Freiburg im Breisgau und seit Mitte 2016 das Messie-Kompetenz-Zentrum in Stuttgart.
Ihr Spezialgebiet ist die Wertbeimessungsstörung, die
endlich Anfang 2022 in den ICD 11 (dem Standardwerk
der Weltgesundheitsorganisation) als eigenständige
Krankheit aufgenommen wurde.
Mehr zu Frau Schröter finden Sie hier:
www.veronika-schroeter.de/messie-expertin
Meine Kontaktdaten:
Mobil: 0157/52941581
Mail: info@berlin-stauraum.de



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Felicitas Rodekohr
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